Glaubenssatz, Trigger, Projektion...die Basics

Aktualisiert: 4. Okt. 2020

Über Glaubenssätze hören wir eigentlich täglich irgendwas – sei es die Sinnfluencerin, die in ihrer aktuellen Story erzählt, was sie heute wieder lernen durfte, sei es die Freundin, die nach Bali endlich zu sich selbst gefunden hat und jetzt allen Bekannten von ihrer Erleuchtung erzählt oder sogar der Kollege, der nach dem letzten eskalierten Meeting einen guten Tipp für dich parat hat.



Eigentlich haben wir das Thema langsam auf.


Warum? Hauptsächlich, weil es ein so leidiges Thema ist. Ja, ich wir sind nicht perfekt. Ja, auch wir tragen unser Päckchen mit uns rum. Und ja: Es geht die anderen überhaupt nichts an.


Da ich mich zu einer dieser o.g. Sinnfluencerinen zähle, darfst du an dieser Stelle selbst entscheiden, ob du dir meine Meinung zu diesem Thema antun möchtest. Aber glaub‘ mir: Wenn du gehst, verpasst du was 😉


Was ich dir in diesem Beitrag nämlich bieten möchte ist ein Einblick, warum du zwar nicht mit jedem über deine Glaubenssätze reden musst, es sich aber gleichzeitig lohnt, dir über sie bewusst zu sein. Und wie du dein Leben damit ganz bestimmt ein bisschen schöner für dich machen kannst!


Was ist denn jetzt überhaupt so ein Glaubenssatz?


Hierzu könnte ich wohl einen ganzen Blogartikel schreiben (keine Sorge, kommt noch)! Grob zusammen gefasst ist ein Glaubenssatz ein Teil deiner Wahrnehmung der Realität, der sich durch Lernmuster gebildet hat und den du aller Voraussicht nach in deinem Alltag durch einen entsprechenden Fokus auf die passenden Themen immer wieder stärkst.


Als einigermaßen wertfreies Beispiel kannst du dir ein Auto vorstellen, von dem du gerade überlegst, es dir zu kaufen oder das du vielleicht gerade gekauft hast. Auf einmal siehst du überall Leute, die mit diesem Auto (gerne sogar noch in der entsprechenden Lackierung) herumfahren und fühlst dich bestärkt oder verunsichert in deiner Kaufentscheidung. Nicht anders funktioniert Werbung. Und genauso kannst du positive Glaubenssätze nutzen, die dich in die von dir gewünschte Richtung leiten. Und du ahnst es schon: Du kannst auch negative Glaubenssätze zu positiven transformieren. Dazu kommen wir aber später.


Was ist ein Trigger?




Du bist mit dem Begriff vermutlich spätestens bei meiner Triggerwarnung in Berührung gekommen. Tatsächlich ist er in diesem Beitrag bisher noch nicht gefallen, ist aber in meiner Wahrnehmung sehr eng mit dem Thema Glaubenssätze verknüpft.


Bei dem Begriff wünschen sich vermutlich einige, dass ich vorsichtig mit ihm umgehe, da er ganz besonders in der Psychologie sehr eindeutig belegt ist. Aus meiner Sicht knüpft meine Definition von Triggern sogar stark an diese an, trotzdem möchte ich gerne ein paar kurze Worte dazu verlieren: Trigger in der Psychologie sind eng mit der Traumatherapie verknüpft. Ein Trigger ist dort ein Erlebnis, das traumatische Erlebnisse aus der Vergangenheit aufwühlt und den Betroffenen (häufig in ähnlich starker Form) wieder erleben lässt.


Wenn ich von Triggern rede, möchte ich dir kein Trauma diagnostizieren. In diesem Fall rede bitte lieber mit einem Psychologen. Gleichzeitig bildet die übergeordnete Beschreibung genau das ab, was ich als Trigger im Bezug auf Glaubenssätze definieren würde: Ein Erlebnis, das dazu führt, dass du deine gewohnten Lernmuster (siehe oben) abrufst.


Dahinter steckt übrigens ein ganz spannender Vorgang im Gehirn – Parasympathikus und Fronthirn – dazu lies dir aber lieber qualifizierte medizinische Beiträge durch 😉 Wir bleiben bei der vereinfachten Definition.


Wie stelle ich fest, dass ich getriggert bin?


Das kann ganz unterschiedlich sein. Hier mal ein paar Impulse:


· Du regst dich auf

· Du hast, wenn die Situation vorbei ist, das Gefühl überreagiert zu haben

· Du weinst

· Du wirst körperlich agressiv

· Es passiert nichts

· Du bekommst eine Panikattacke

· …


Ich könnte die Liste noch ewig so weiterführen, deswegen auch hier eine kleine abgeschwächte Definition: Wenn du dich in einer Situation unwohl/ausgeliefert/vorgeführt fühlst und im Nachhinein sagen würdest, dass du fast wie im Autopiloten reagiert hast, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du getriggert wurdest.


Was ist Projektion?




Ich halte Projektion für ein sehr wichtiges Element, wenn es um das Aufdecken von Glaubenssätzen geht. Ganz simpel ausgedrückt: Was dich am anderen triggert, ist ein Spiegel, den du dir selbst vorhältst.


Wenn du also von deinem Chef denkst, dass er ein egoistisches [hier Kraftausdruck einfügen] ist, der sich nicht für seine Mitarbeiter interessiert, dann darfst du dich mal fragen, ob du dich entweder genauso beschreiben würdest – oder (und jetzt wird es spannend!) gerne mehr davon in dein Leben einladen möchtest. Damit möchte ich nicht sagen, dass du gerne ein egoistisches [hier Kraftausdruck einfügen] wärst. Vielleicht würdest du aber schon gerne ein bisschen mehr an dich denken, weniger darauf geben, was andere sagen und so weiter und so fort.


Wie finde ich meine Glaubenssätze?


Wenn du jetzt erwartet hast, dass ich dir drei top Glaubenssätze auf den Präsentierteller lege, die auch noch perfekt auf dich passen, dann muss ich dich enttäuschen.

Höre mal die nächsten Tage und Situationen in dich rein. Generalisiere Situationen durch simple Sätze. Und dann schau‘ einfach mal, was mit dir resoniert, bei welchem Satz du denkst „stimmt doch auch“ – denn häufig ist das, was du als deine Wahrheit wahrnimmst, dein Glaubenssatz.





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